Gründen verstehen

Von der Idee zur tragfähigen Gründung

Eine Gründung beginnt selten mit einem perfekten Businessplan. Meist startet sie mit einem Problem, einer Hypothese und ein paar Menschen, die bereit sind, etwas zu testen. Diese Seite erklärt die wichtigsten Schritte, Abkürzungen und Unterlagen.

Problem und Zielgruppe klären

Problem: Welchen konkreten Schmerz löst deine Idee? Zielgruppe: Wer hat dieses Problem häufig, dringend und ist erreichbar?

Anleitung: Schreibe eine Ein-Satz-Hypothese: „Wir helfen [Zielgruppe], [Problem] zu lösen, indem wir [Lösung] anbieten.“ Danach sprich mit mindestens 10–20 passenden Personen, bevor du baust.

MVP statt fertiges Produkt bauen

MVP bedeutet Minimum Viable Product: die kleinste Version, mit der du testen kannst, ob jemand die Lösung versteht, nutzt oder bezahlt.

Anleitung: Für Software reicht oft ein Prototyp, eine Demo oder ein No-Code-Test. Für Hardware reicht häufig ein Modell, Video, Vorbestellung oder Laboraufbau. Ziel ist Lernen, nicht Perfektion.

Markt, Wettbewerb und Nutzen beschreiben

TAM, SAM, SOM: TAM ist der theoretische Gesamtmarkt, SAM der erreichbare Teilmarkt, SOM der realistische erste Marktanteil. Förderer und VCs wollen sehen, dass du Marktgröße und Einstieg verstanden hast.

Anleitung: Beschreibe 3 Alternativen, die deine Zielgruppe heute nutzt. Erkläre, warum deine Lösung schneller, günstiger, besser, sicherer oder nachhaltiger ist.

Team, Rollen und IP prüfen

IP steht für Intellectual Property, also geistiges Eigentum: Code, Designs, Daten, Marken, Patente, Forschungsergebnisse oder Nutzungsrechte.

Anleitung: Kläre früh, wem Code, Entwürfe, Daten und Forschung gehören. Bei Hochschulprojekten, Schülerteams, Arbeitgebern oder Auftragsarbeiten können Rechte und Zustimmung wichtig sein.

Finanzierungsweg auswählen

Grant/Zuschuss: nicht rückzahlbare Förderung, aber mit Kriterien und Nachweisen. Darlehen: Kredit, muss zurückgezahlt werden. Equity: Beteiligungskapital gegen Unternehmensanteile. Crowdfunding: Finanzierung über viele Unterstützer:innen.

Anleitung: Sehr frühe Ideen passen oft zu Schülerprogrammen, Wettbewerben, Stipendien oder Crowdfunding. Forschungs- und DeepTech-Ideen passen oft zu Förderprogrammen. Skalierbare Startups mit großem Markt und Traction können VC prüfen.

Pitch Deck und Kurzprofil vorbereiten

Pitch Deck: kurze Präsentation für Förderer, Wettbewerbe, Accelerator oder Investoren. One-Pager: eine Seite mit Problem, Lösung, Markt, Team, Status und Bedarf.

Anleitung: Baue zuerst ein klares Kurzprofil: Problem, Zielgruppe, Lösung, Stand, Team, nächster Meilenstein, Kapitalbedarf. Danach erst ausführliche Unterlagen schreiben.

Passende Programme, Wettbewerbe oder Kapitalquellen shortlistieren

Shortlist: eine kleine Liste realistischer Optionen statt 100 ungeprüfter Links. Wichtig sind Land, Phase, Branche, Frist, Förderart, Unterlagen und Aufwand.

Anleitung: Nutze den Idee-Test, filtere Programme und prüfe VC oder Crowdfunding nur, wenn es zur Phase passt. Öffne dann die Originalquelle und notiere Frist, Kriterien, Kontaktweg und To-dos.

Recht, Datenschutz und KI-Risiken nicht vergessen

DSGVO ist die Datenschutz-Grundverordnung. EU AI Act ist der europäische Rechtsrahmen für KI-Systeme. GPAI steht für General-Purpose AI, also allgemeine KI-Modelle.

Anleitung: Wenn du personenbezogene Daten, KI, Medizin, Bildung, Finanzen, Recruiting oder öffentliche Verwaltung berührst, plane früh eine rechtliche Prüfung ein. Dokumentiere Datenquellen, Modellnutzung, Transparenz und menschliche Kontrolle.

Erste Unterlagen, die fast immer helfen

Kurzbeschreibung

5–8 Sätze zu Problem, Lösung, Zielgruppe, Stand und nächstem Schritt.

Pitch Deck

10–12 Folien mit Problem, Lösung, Markt, Geschäftsmodell, Wettbewerb, Team, Roadmap und Bedarf.

Finanzplan

Ein einfacher Plan mit Kosten, Umsatzannahmen, Finanzierungsbedarf und Meilensteinen.